Über Beziehungen

Der Fokus entscheidet alles: Wie man eine Beziehung ändert, indem man bei sich selbst anfängt

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Wenn in einer Beziehung etwas schiefläuft, ist oft der erste Impuls zu erwarten, dass der Partner sich ändert. Allerdings funktioniert was anderes schneller und zuverlässiger: bei sich selbst anfangen! Konkret – seinen Aufmerksamkeitsfokus verlagern und Dankbarkeit zeigen.

Hören Sie auf, das Haar in der Suppe zu suchen

Bei vielen Paaren passiert mit der Zeit ähnliches: 2-3 nervige Angewohnheiten des Partners nehmen immer mehr Raum im Kopf ein, während 10-15 gute Dinge pro Tag unbemerkt bleiben.
Vielleicht waren diese guten Dinge oder Taten schon immer da, sind aber so sehr zur „Routine“ geworden, dass Sie aufgehört haben, sie zu bemerken oder begonnen haben, sie als selbstverständlich hinzunehmen. Haben Sie infolgedessen vielleicht auch aufgehört, dankbar zu sein oder zumindest Ihre Dankbarkeit auszudrücken?
Er hat die Zahnpastatube schon wieder nicht zugeschraubt… Sie spricht schon wieder viel zu leise aus dem anderen Zimmer… So was steht im Vordergrund! Aber dass er Ihnen unaufgefordert Kaffee gekocht hat? Dass sie die halbe Schokolade für Sie aufgehoben hat? All das wird als „selbstverständlich“ angesehen.

Wenn es scheint, als wäre fast nichts Gutes mehr übrig

Manchmal drängt sich hier die Frage auf: „Was ist, wenn ich an meinem Partner, seinem Verhalten und unserem Zusammenleben tatsächlich wenig bis gar nichts mehr finde, was mir gefällt?“
Dann ist es ratsam, innezuhalten und sich zu fragen: “Warum bin ich überhaupt noch in dieser Beziehung?" Wenn Sie auf diese Frage keine Antwort haben, geht es nicht mehr um alltägliche Dinge, auf die Sie Ihre Aufmerksamkeit fokussieren könnten, sondern um etwas viel Ernsteres.
Falls Sie jedoch die Beziehung noch nicht aufgegeben haben, insbesondere, wenn Sie den Gedanken zulassen, dass Ihr Partner über Sie vielleicht ähnliches denkt, wie Sie über ihn, dann macht es Sinn, tiefer zu gehen.

Was Sie an Ihrem Verhalten ändern können – ganz konkret

1. Schreiben Sie auf, welche Angewohnheiten Ihres Partners Sie stören. Seien Sie dabei so konkret wie möglich, zum Beispiel:
Er fällt mir oft ins Wort. Ich möchte, dass er mich ausreden lässt. Sie spricht mit mir aus dem anderen Zimmer so leise, dass ich nichts höre. Ich möchte, dass sie einfach etwas lauter spricht.
2. Wählen Sie nun eine Angewohnheit bzw. Verhaltensweise Ihres Partners aus, deren Änderung Ihnen das Leben deutlich erleichtern würde.
3. Überlegen Sie außerdem: Was können Sie selbst anders machen, um solche Störungen zu verringern und Ihren Partner sanft in die gewünschte Richtung zu lenken?
Beispiel: Sie spricht mit Ihnen aus dem anderen Zimmer, und Sie können sie nicht hören.

Ihre Reaktionsmöglichkeiten:
  • Nicht reagieren, da Sie nichts hören.
  • Lauter, aber in freundlichem Ton antworten: „Ich kann Dich nicht hören, Schatz!“ oder „Kleinen Augenblick, ich komme rüber – von hier aus verstehe ich Dich nicht!“
4. Wenden Sie diese neue Reaktion 5-7 Wochen lang bewusst an. Genau so lange dauert es, bis eine neue Verhaltensweise zur Gewohnheit wird. Wenn Sie nicht nur eine, sondern zwei oder drei neue Reaktionsweisen anwenden, beobachten Sie, welche am besten funktioniert.

Eine wichtige Erinnerung

Ihr Partner tut das, was Sie irritiert, stört oder verletzt, mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht absichtlich. Eher hat er/sie einfach noch nicht erkannt, dass ein bestimmtes gewohnheitsmäßiges Verhalten bei Ihnen negative Gefühle auslöst. Geben Sie ihm/ihr Zeit, das zu erkennen. Sobald die ersten, auch noch so kleinen positiven Veränderungen im Verhalten Ihres Partners sichtbar werden – danken Sie ihm/ihr dafür! Konkret und aufrichtig.
Übrigens, Dankbarkeit mit einer Erklärung hat mehr Gewicht! So kann Ihr Partner besser verstehen, welche seiner Verhaltensweisen positiv auf Sie wirken.
Warum wir unsere eigenen Verhaltensmuster überhaupt nicht bemerken – lesen Sie dazu den Artikel Warum wir immer wieder in dieselbe Falle tappen und dieselben Fehler wiederholen.

Fazit

Beziehungen ändern sich nicht dadurch, dass wir darauf warten, dass der Partner sich ändert. Sie ändern sich, wenn wir unseren Fokus verschieben – von Gereiztheit und Ärger, zu Dankbarkeit; von Erwartungen an den Partner, zu eigenen Handlungen. Das bedeutet nicht, die Augen vor Problemen zu verschließen. Es bedeutet, bewusst zu wählen, wo man ansetzt.
Für alle, die ernsthaft an sich arbeiten, ihr Verhaltensrepertoire erweitern und ihre Achtsamkeit steigern möchten – der Artikel Wie wir uns entwickeln, wenn wir unser Verhalten ändern.