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Wenn die Liebe verblasst ist: Woran Sie es erkennen – und was Sie tun können

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Manchmal verblasst die Liebe so allmählich, dass man den Moment nicht benennen kann, in dem sich alles verändert hat. Die Beziehung besteht zwar noch, aber das, was ihr einmal einen Sinn gegeben hat, ist verschwunden. Oder war vielleicht nie wirklich da.
Dieser Artikel handelt nicht davon, wie man eine Beziehung um jeden Preis rettet. Es geht vielmehr darum, die Situation nüchtern und ehrlich zu betrachten.

Woran Sie erkennen, dass die Liebe vergangen ist

Liebe ist nicht das Einzige, was zwei Menschen zusammenhält. Neben ihr leben Respekt, Geborgenheit, das Gefühl von Zusammengehörigkeit und der Wunsch, sich gegenseitig zu unterstützen, füreinander da zu sein. Wenn die Liebe schwindet, können diese Dinge bleiben. Dann besteht die Beziehung weiter – in einer anderen Form und einem anderen Wesen.
Aber wenn die Liebe gegangen ist und alles andere mit sich genommen hat, ist das ein Signal, das man besser ernst nimmt.
Ein einfacher Anhaltspunkt: Das Leben mit Ihrem Partner bringt Ihnen keine Freude mehr, keine Leichtigkeit, keinen Sinn – geschweige denn Glück. Wenn Sie mit ihm/ihr zusammen sind, verschwindet das Lächeln von Ihrem Gesicht und aus Ihrem Herzen.
Was füllt den Raum stattdessen? Regelmäßige Gereiztheit, Streit oder – noch bezeichnender – Schweigen. Nicht das ruhige, vertraute Schweigen zwischen Menschen, die einander nahestehen. Sondern das Schweigen, das entsteht, weil man sich schlicht nichts mehr zu sagen hat.
Manchmal läuft es auch anders: Zwei Menschen haben sich in verschiedene Richtungen entwickelt – emotional, gedanklich, in ihren Werten, ihren Vorstellungen vom gemeinsamen Leben. Das ist niemandem vorzuwerfen. Es ist einfach eine Tatsache, die es anzuerkennen gilt.

Fragen, die Sie sich ehrlich stellen sollten

Stellen Sie sich vor, wie Sie in einer solchen Beziehung in einem Monat leben. In einem Jahr. In 10 Jahren. Was fühlen Sie dabei?
Wenn Ihnen die Vorstellung wenig Freude macht oder sich schwer anfühlt, lohnt es sich, den Gedanken an Trennung zuzulassen.
Warum bleiben Sie in einer Beziehung, die Sie nicht erfüllt? Was erhoffen Sie sich noch davon? Das sind keine Vorwürfe, sondern Ankerpunkte für ein ehrliches Gespräch mit sich selbst.

Wie Sie dieses Gespräch mit Ihrem Partner führen

Wenn Sie zu dem Schluss gekommen sind, dass die Beziehung sich überlebt hat, sollte ein Gespräch mit Ihrem Partner folgen. Nicht mit Vorwürfen wegen aufgestauter Negativität oder Kritik, sondern mit Ich-Botschaften: „Ich fühle …“, „Mir ist wichtig …“, „Ich merke, dass …“
Das ist nicht einfach. Aber ein solches Gespräch ist ehrlicher und respektvoller, als ein zermürbender Kampf um eine Beziehung, die längst aufgehört hat zu leben, oder aber die Versuche, den Partner in die gewünschte Richtung “umzuerziehen”.

Worüber selten beachtet wird

Etwas Wichtiges kommt in solchen Situationen selten zur Sprache. Deshalb benenne ich es: Psychosomatik.
Je länger eine schwere emotionale Situation ungelöst bleibt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich körperlich auswirkt. Die Haut, die Wirbelsäule, die Verdauung – all das kann zur Sprache des Körpers werden, der signalisiert, dass in Ihrem Leben etwas nach Aufmerksamkeit und Veränderung ruft.
Menschen bringen körperliche Symptome selten in Verbindung mit dem Zustand ihrer Beziehung oder mit chronischem Stress. Es ist einfacher, eine Tablette einzunehmen. Doch das birgt die Gefahr, einen psychosomatischen Kreislauf zu schaffen, der sich mit der Zeit verstärkt – im Körper, in den Gefühlen, im Verhalten und in der Beziehung selbst. So kann die Haut mit Herpes reagieren, die Wirbelsäule mit einem Bandscheibenvorfall, der Darm mit Verstopfung u. ä.
Je länger Sie ein schwieriges Gespräch aufschieben – mit sich selbst oder Ihrem Partner, desto höher sind die “Kosten”. Nicht nur emotional.

Fazit

Das Ende einer Liebe ist kein Versagen und auch keine Frage von Schuld. Das Schwerste daran ist bisweilen auch nicht die Trennung selbst, sondern das Sich-Eingestehen dessen, was man schon lange spürt, aber Angst hat, offen auszusprechen. Aber genau dieses ehrliche Sich-Eingestehen kann der erste Schritt sein in ein neues Leben. Für beide.