Sie spüren, dass mehr möglich ist. Die Energie ist da, die Ambitionen auch – und trotzdem kommt keine richtige Fahrt auf. Oder aber Sie sind bereits im Aufwind, innerlich fühlt es sich jedoch an, als ob Sie mit angezogener Handbremse fahren.
In solchen Momenten entscheiden viele: Ich brauche Unterstützung. Und dann stellt sich eine Frage, die einfach klingt, es aber nicht ist: Zu wem gehe ich? Zum Psychologen? Zu einem Mentor? Oder zu einem Coach?
Alle drei arbeiten mit Menschen. Alle drei helfen voranzukommen. Aber sie tun es auf unterschiedliche Weise.
Der Psychologe: wenn die Vergangenheit Sie nicht loslässt
Stellen Sie sich vor, Sie stecken wiederholt und ungewollt in der gleichen Situation – andere Person, anderer Ort, aber dasselbe Drehbuch. Oder Sie reagieren auf etwas heftiger, als es der Anlass rechtfertigt. Oder eine innere Anspannung hält an, obwohl von außen alles in Ordnung scheint.
Das ist keine Frage von Willenskraft oder richtiger Strategie. Das ist ein Signal: Etwas aus Ihrer Vergangenheit hat immer noch Einfluss auf Ihr Leben in der Gegenwart.
Genau damit arbeitet ein Psychologe. Nicht damit, wie Sie z. B. nächste Woche einen Vertragsabschluss besser meistern – sondern damit, warum Sie immer wieder in Konflikte geraten, sich in Passivität verlieren oder Verantwortung übernehmen, die nicht Ihre ist. Das ist tiefgreifende Arbeit. Ohne sie bringen alle möglichen Techniken oder Strategien nur vorübergehende Ergebnisse, denn das Fundament bleibt unverändert.
Der Mentor: wenn Sie Erfahrung brauchen, die Sie noch nicht haben
Ein Mentor ist jemand, der bereits dort war oder ist, wohin Sie erst noch wollen. Er weiß, wo auf dem Weg die Fallen liegen, wo und wie man abkürzen kann und wen man in bestimmten Momenten anrufen sollte.
Im Mentoring geht es um Erfahrung und Wissen. Nicht um Ihre innere Welt, sondern um die äußere: Märkte, Branchen, Kommunikation, Fähigkeiten, Netzwerke. Wenn Sie also in ein neues Feld einsteigen und das Rad nicht neu erfinden wollen, ist ein Mentor der richtige Ansprechpartner.
Gleichzeitig liegt hier auch die Grenze: Ein Mentor kann Ihnen die Landkarte mit Wegskizze geben, den Weg gehen allerdings müssen Sie selbst. Und wenn etwas innerlich bremst, hilft keine Landkarte der Welt!
Der Coach: wenn die Ressourcen da sind, aber Klarheit über die nächsten Schritte fehlt
Coaching funktioniert anders. Ein Coach “behandelt” nicht und “unterweist” auch nicht. Er stellt Fragen – Fragen, auf die Sie selbst Antworten finden müssen. Diese Antworten liegen oft schon in Ihnen, sie sind Ihnen jedoch noch nicht bewusst oder sind irgendwie blockiert. Es können aber auch völlig neue Antworten sein.
Coaching ist Arbeit mit dem Jetzt und dem Zukünftigen. Arbeit mit dem, was Sie derzeit haben, was Sie in Zukunft wollen, was Sie hindert und wie genau Sie vorankommen können – gestützt auf Ihre eigenen Ressourcen, nicht auf fremde Rezepte.
Deshalb wirkt Coaching so gut bei Wachstumsprozessen: wenn die Basis bereits solide ist, wenn jemand im Großen und Ganzen gut funktioniert – und mehr oder etwas anderes will. Mehr dazu im Artikel Was ist Coaching und für wen ist es nützlich?
Wie Sie herausfinden, was bzw. wer genau Ihnen helfen kann
Ich empfehle drei einfache Fragen:
- Hält Sie die Vergangenheit zurück oder die Gegenwart?
- Brauchen Sie einen Rat von der Seite und fremde Erfahrung oder Ihr eigenes Potential?
- Suchen Sie Antworten oder Fragen?
Und noch etwas: Diese Formate lassen sich hervorragend kombinieren.
Wie ich in meiner Praxis arbeite
Ich bin Business-Psychologe, zertifizierter Master-Coach und Mentor. In meiner Arbeit setze ich bewusst mehr als nur ein Format ein. In den Artikeln Coaching vs. Beratung – wo liegt der Unterschied? und Was ist ein Kurzzeit-Training und was bringt es? erkläre ich die verschiedenen Arbeitsformate genauer.
In über 40 Jahren Arbeit mit Menschen aus verschiedenen Kulturen bin ich zu der Überzeugung gelangt: Ein einziges Werkzeug löst selten alles. Ein und derselbe Mensch braucht in verschiedenen Momenten seines Lebens unterschiedliche Arten der Unterstützung.
Manchmal wird in einer Sitzung deutlich, dass hinter einem beruflichen Anliegen ein tiefes persönliches Muster steckt – dann arbeite ich als Psychologe. Manchmal braucht jemand konkrete Erfahrung und Orientierung – dann übernehme ich die Rolle des Mentors. Manchmal genügen einige präzise Fragen – und dann ist es Coaching.
Meine Arbeit beginnt immer mit einem Orientierungsgespräch – einer 45-minütigen Diagnosesitzung, in der wir gemeinsam herausfinden, was in Ihrer Situation wirklich angebracht ist. Nicht, um Ihnen dann ein Standardprogramm zu verschreiben, sondern um ehrlich und klar zu entscheiden: Welches Arbeitsformat bringt in Ihrem Fall die besten Ergebnisse?
Wenn Sie Interesse haben – vereinbaren Sie ein Orientierungsgespräch.
Fazit
Der richtige Begleiter ist nicht derjenige, der “besser” ist als die anderen. Es ist derjenige, der genau jetzt, in dieser Phase Ihres Lebens, mit diesem konkreten Anliegen der Richtige istfür Sie.